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TIER und KUNST

von

Guido Rohm

 

„In Ihren Bildern kommen ja immer wieder Tiere vor.“
„Tiere? Nein! Dafür aber Garagentore.“
„Da sind sehr viele Tiere.“
„Ich kann Tiere nicht ausstehen.“
„Dafür haben Sie aber ganz schön viele gemalt. (Lacht auf.) Die Schlange in Ihrem Bild ‚Entführung aus dem Einführungsseminar für Entführung‘ etwa, die …“
„Da ist keine Schlange.“
„Doch, doch. Hartmann hat ein ganzes Buch darüber geschrieben.“
„Hartmann?“
„Ein berühmter Kunstkritiker.“
„Da ist keine Schlange.“
„Aber selbstverständlich. (Greift nach einem Buch, blättert.) Sehen Sie doch, hier, die Schlange.“
„Das ist ein Schal.“
„Das ist doch kein Schal.“
„Ein Schal.“
„Und die Maus hier?“
„Ein Stück Schinken, der dem hier, der so komisch aus der Wäsche guckt, aus der Tasche gefallen ist.“
„Keine Maus? Es gibt Literatur zum Thema.“
„Ein Schinken.“
„Aber Tiere kommen doch in ihren Bildern vor.“
„Nein. Nirgends. Dafür aber Garagentore.“

Aus einem Interview mit Max Bunter für die Zeitschrift TIER und KUNST

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben in aktuelles Kunstgeschehen interbazional, Des Pudels Kern, Hundsdenker, Künstlerkollegen.
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