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Stadt Filderstadt
Deutsch-französisches Kunstwerk an der Gedenkstätte
  • Deutsch-französisches Kunstwerk an der Gedenkstätte
Stadt FilderstadtDeutsch-französisches Kunstwerk an der Gedenkstätte
Seit wenigen Tagen befindet sich – wenige Meter von der Gedenkstätte für die Opfer des KZ-Außenlagers am Flughafen entfernt – ein großformatiges Kunstwerk von der Größe einer Plakatwand.

Ungewöhnlich ist nicht nur die Größe, sondern auch die Entstehung. Im Zusammenhang mit der Verleihung des Europäischen Kulturerbe-Siegels an 15 KZ-Gedenkstätten in Frankreich und Südwestdeutschland hatte der französische Künstler Luc Demissy aus Straßburg die Idee einer gemeinsamen Serie großformatiger Kunstwerke für die 15 Standorte. Er ist Mitglied der deutsch-französischen Künstlergruppe „Plakat – Wand – Kunst“ und des Vereins Quinz’Art. Seit vielen Jahren pflegt diese Künstlergruppe Beziehungen zwischen Künstlern beiderseits des Rheins.

Das Kunstwerk am Airfield ist ebenso wie die anderen 14 Plakat-Kunstwerke gleich in mehrerer Hinsicht etwas Ungewöhnliches: Kunst als Dialog zwischen zwei Künstlern: jedes Kunstwerk wurde gemeinsam durch einen französischen und einen deutschen Künstler geschaffen, die Kombination entschied das Los. In diesem Fall sind es die deutsche Künstlerin Veronika Olma aus Rheinland-Pfalz sowie ihre französische Kollegin Marie-Jo Daloz. Kunst kann aber auch ein Dialog zwischen zwei Nationen sein, die in der Vergangenheit viele Kriege gegeneinander geführt haben, heute aber ihre Feindschaft überwunden haben und durch vielfältige Bande miteinander verbunden sind.

„Tatsächlich stehen sich in diesem Werk zwei sehr unterschiedliche Stile gegenüber und finden nebeneinander Platz“, so die Einschätzung von Luc Demissy. Er sieht in diesem Werk durchaus mehrere Deutungsangebote: eine dunkle Vergangenheit und eine lichtere Zukunft – oder auch eine lichte Gegenwart und eine dunklere Zukunft. Nur auf den ersten Blick sind beiden Seiten voneinander scharf getrennt. Bei näherer Betrachtung erkennt man die Einbrüche der hellen Farben ins Dunkle und umgekehrt. Im schwarzen Feld erkennt man einen „Doppelhund“, sein Urbild stammt aus einer Porzellanmanufaktur in Deutschland während der NS-Zeit, in welcher auch Zwangsarbeiter beschäftigt waren.

Das Kunstwerk wird an dieser Stelle bis Herbst zu sehen sein, im Frühjahr 2019 wird es an einer anderen Gedenkstätte aufgestellt werden, an der Gedenkstätte am Flughafen wird dann ein neues Kunstwerk stehen. (ba)

Bildunterschrift:

Der Künstler und Koordinator Luc Demissy (Mitte) aus Straßburg inmitten des Plakatkunstwerks, einer Gemeinschaftsarbeit der Künstlerinnen Marie-Jo Daloz und Veronika Olma. Die beiden Stadtarchivare und Gedenkstätten-Leiter Bernd Klagholz, Leinfelden-Echterdingen (links) und Nikolaus Back, Filderstadt (rechts). Foto: Alica Brenner

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