Malkurse: www.kunstwerkstatt-olma.de
baziblog

Baziblog

Kunst am Bau – Institut für Kernchemie „Fritz Straßmann“

Glasfußboden

 

„Künstlerische Ausgestaltung des Neubaus eines Labor- und Bürogebäudes für das Institut für Kernchemie auf dem Campus der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz“:

Zur Ausführung durch Veronika Olma empfohlen.

Modell

„walk the line – change the view“

Der Schriftzug „Ba“, der einer handschriftlichen Aufzeichnung von Fritz Straßmann entspricht, empfängt die Besucher. Über dem Eingangswinkel steht er in drei Meter Breite in leuchtenden Neonbuchstaben aus mundgeblasenen Glasröhren. Das Zeichen symbolisiert das Element „Barium“, das Fritz Straßmann chemisch analysierte und damit die Kernspaltung bewies.

„Der wußte Bescheid“, war sein handschriftlicher Kommentar in Sütterlinschrift in einem Albumblatt auf ein Wilhelm-Busch-Gedicht und ist nun zu Ehren des Chemikers in verschiedenen Größen (bis zu 50 cm lang) und an unterschiedlichen Orten im Gebäudeinneren als Folienschrift auf Glas und Beton zu finden.

Das Originalblatt wird gerahmt und wird im Institut hängen.

Nach einem kurzen Prolog durch die Sauberlaufzone des Eingangsbereichs betritt man einen Glasboden, der von unten mit 27 LED-Streifen – quer zur Laufrichtung – erleuchtet ist. Über diesen Boden ziehen sich unzählige, farbig gedruckte Linien. „Walk the line“ lädt ein, dieser Spur zu folgen, die sich zu einem farbigen Teppich aus unzähligen Diagrammen der Kernchemie und Phantasiediagrammen verdichtet und in verschiedene Räume führt. Am Ende des 25 m langen Ganges schließen die Linien nach einer starken Überlagerung ab.

Der Glasboden zieht sich noch ca. 6 m weiter hinaus in den Gartenbereich. Er erhält hier die Anmutung eines kleinen Sees von dem aus die Schwäne des Künstlers Adam Antes (Kunst am Bau aus den 60er Jahren) zu starten scheinen.


Wenn Ideen „Flügel“ erhalten, sich also erheben und ausbreiten können, dann haben zuvor Menschen gewissenhaft eine Spur verfolgt. Ein Perspektivenwechsel ist bei aufkommenden Fragen stets hilfreich, will man zur Erkenntnis gelangen. Zum Beispiel, wenn man – wie Fritz Straßmann – das entscheidende Rätsel lösen will, warum Radium nicht Radium ist, sondern Barium.

Modell: Shakti Paqué

 

„Der Ruhm, wie alle Schwindelware, hält selten mehr als tausend Jahre [ ] W. Busch!
Der wußte Bescheid.
Mit guten Wünschen und freundlichen Grüßen.
Fritz Straßmann. “

 

 

 

Kunstdorf Unterjesingen

Öffnungszeit: Samstag, den 29. Juni 2019, 15:00-21:00 Uhr
Sonntag, den 30. Juni 2019, 11:00-19:00 Uhr
Eröffnung: Samstag, 29. Juni 2019, 14:00 Uhr
Es sprechen: Matthias Raidt, Autor und Moderator
Dr. Daniela Harsch, Bürgermeisterin für Soziales, Ordnung und Kultur, Universitätsstadt Tübingen
Michael Rak, Ortsvorsteher Unterjesingen
Conny Lauxmann vom Organisationsteam
Es spielt: Jontef

„Sinnliche Welten“Marlis Albrecht
Roger Aupperle
Birgit Feil 
Kai Klahre
Veronika Olma
Katharina Schellenberger
Sven Schilling
Christine Söffing
Sonja Streng
Monika Thiele
Christoph Traub 
Christoph Valentien 
Thomas Waldner

 

www.kunstdorf-unterjesingen.de

 

Schichtwechsel

Ausstellung “Schichtwechsel” ab 30. Mai in der Walpodenakademie

30.05 – 22.07.

Vernissage: Donnerstag 30. Mai 19:30 Uhr mit den Künstler*innen sowie einer Performance von Sigtryggur Berg Sigmarsson, einem Konzert von Materialeinschüchterung + Heim@-Buffet zur 25. Mainzer Minipressen-Messe.

Weitere Öffnungszeiten: montags 17-20 Uhr

Die Walpodenakademie zeigt die Gruppenausstellung “Heim@_01 SCHICHTWECHSEL” aus Überarbeitungen bereits vorhandener Werke wie zum Beispiel Drucke, Plakate oder auch Originale mit den Mitteln der Malerei, der Zeichnung, Collage und Schrift, analog und digital. Künstler*innen nutzen die vorgegebenen, gefundenen oder ganz bewusst gewählten Werke als Hintergrund, Projektionsfläche oder als Aufgabe zur Fortführung mit ihren jeweils eigenen Mitteln. Man spielt mit Vorgefundenem, lässt Zitate durchscheinen und nimmt sich das Recht, Aussagen zu korrigieren. Es geht um Aneignung im besten künstlerischen Sinne. Konzepte der Autorenschaft und Originalität werden mit ironisch-kritischen Unterton hinterfragt, ad absurdum geführt oder im Sinne eines situationistischen Détournement zweckentfremdet.

Nicola Barth (Langen), Anna Bieler (Wiesbaden), Helmut van der Buchholz (Ludwigshafen), Stefan Budian (Mainz), Jos Diegel (Leipzig), DeDe Handon (Frankfurt), Hötsch Höhle (Ludwigshafen), Hundefaenger KRD (Sigmaringen), Stéphane Jeanneau (Paris), Kerstin Lichtblau (Frankfurt), malatsion (Frankfurt), Veronika Olma (Enkenbach-Alsenborn), Sabine Rollnik (Berlin), Johannes Schebler (Wiesbaden), Elke Tamarelke (Alzey)

Foto: Veronika Olma – Serie „Blackbox – Walter – Information inside“
2019 – Schwarzes Tape über Malerei/Holzbox 20 x 20 x 9 cm

 

„HA! HA! said the Clown“

Museum Frieder Burda I Salon Berlin 

Veronika Olma „scheiterte” mit ihrem Portrait und brachte sich sowie andere damit zum Lachen – und zum sprechen.

Während sich unsere Ausstellung THE VOID mit Arbeiten von Gregory Crewdson, Isa Genzken und Chris Jordan dem Ende zuneigt, wollen wir uns die Zeit nehmen einige Positionen des parallel gezeigten Projekts TALK! gesondert vorzustellen, um so vielleicht zu einem Dialog beizutragen.
Zum Gespräch animieren – das ist auch das erklärte Ziel des Projektes TALK! und seiner Initiatoren, dem Fotografen Tom Wagner und Freunde fürs Leben e.V.
Die beteiligten Künstler wurden aufgefordert von ihnen fotografisch erstellte Portraits umzugestalten, die Außenansicht durch die Innenansicht zu ergänzen.

Veronika Olma, „HA! HA! said the Clown“, 2018:

» Seit fast 8 Jahren spazieren mein Hund Bazi und ich durch Wälder und Felder. Und über einen ehemaligen amerikanischen Militärflugplatz.

Dabei zeichnen wir unsere Wege mit einer Wander-App per Smartphone auf, sodass mit Hilfe von einem 20.200 km weit entfernten Satelliten virtuelle Schriften oder Zeichnungen in der Landschaft auf meinem Display entstehen.

Die eigenen Lebenslinien über meinem Portraitfoto von Tom Wagner nachzuzeichnen, war mein Plan. Da ich aber immer erst nach einer Wanderung mein Gesicht auf das Gelände projizieren konnte, war das Gehen der „richtigen“ Gesichtslinien eine große Herausforderung, bei einem Gelände mit den Ausmaßen einer Flugbahn.

Ein Scheitern war vorprogrammiert. Und da das größte Problem das Finden der „Nasenlinien“ war, entstand aus dem „falschen Knubbel“ im Laufe der Wanderungen eine Knollennase. Die Nase eines Clowns.

Das Scheitern und das Lachen über das verzweifelte Suchen der „richtigen Lebenslinien“ wurde zum Inhalt unserer Arbeit.
„HA! HA! said the Clown.“ «

Abb. Veronika Olma & Tom Wagner, „HA! HA! said the Clown“, 2018. Portait und GPS-Aufzeichnung olma&BAZI (Sembach Air base) auf Alu Dibond. Courtesy the artists

„The Void“

THE VOID im Museum Frieder Burda | Salon Berlin.
Ausstellung von Gregory Crewdson, Isa Genzken and Chris Jordan

Im Rahmen von Tom Wagners Projekt TALK! wird dazu eine Arbeit von mir in einer Gruppenausstellung gezeigt.
Teilnehmende Künstler*innen des TALK!-Projektes sind:

Uli Aigner, Pola Brändle, Tom Grundmann, Jeppe Hein, Chris Jordan, Michal Kosakowski, Michel Lamoller, Sarah Lüdemann, Daniella Midenge & Maximillian Magnus, Jaybo Monk, Marcus Neufanger, Veronika Olma, Marek Polewski, Annina Röscheisen, Diana Sprenger, Melissa Steckbauer, Michael Streun und Mathias Vef.

Vernissage:
Freitag, 8. Februar 2019, 19-21 Uhr
Dauer:
9. Februar – 23. März 2109

Museum Frieder Burda | Salon Berlin
Auguststraße 11-13, 10117 Berlin
www.museum-frieder-burda.de/de/salon-berlin

„Ha ha said the Clown“
missglückter Versuch, mein Gesicht mit GPS zu zeichnen.
2017 – 12,5 km – Sembach Air Base – Digitaldruck – 60 x 40 cm
Präsentation zum Projekt „TALK!“ -„Freunde fürs Leben“ – Kann Kunst Leben retten? Gestern im Frieder Burda Salon in Berlin. Ausstellungseröffnung zu „The Void“ mit Isa Genzgen, Chris Jordan und Gregory Crewdsen.

 

Das Gelbe vom Ei

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Ab 17. Januar zu sehen im Kunstraum Riedberg/Campus der Uni Frankfurt/Main: Gruppenausstellung „Der frühe Vogel fängt den Wurm“
Hier: meine Arbeiten aus der Serie „Extinct (Huia/Dodo/Martha)“ – 2018 – Tempera auf Baumwolle – je 100 x 70 cm

Malerei und Objekte von
Jens Andres, August Gaul, Cornelia Genschow
Nikola Jaensch, Chris Kircher, Anne Kuprat,
Bernard Matemera, Veronika Olma, Andreas Welzenbach

Donnerstag, 17. Januar 2019, 18:30 Uhr
Biozentrum, Gebäude 101, KunstRaum Riedberg/Frankfurt

 

 

Vademecum Einladungskarte

Das neue Projekt „vade mecum“ . Alle weiteren Infos siehe hier: www.vademecum-olma.de

cum

Galileo-Aufzeichnung „cum“- olma&Bazi vom 09.11.2018 ab 14:35 Uhr – 4,44km in 1:20:53h – Sembach Air Base/Pfalz/Germany
#galileodrawing #galileoart #gpsdrawing #gpsart #sembach #sembachairbase #cum #cumex #cumcum #contemporarydrawing #walkadog #towalktheline #vademecum

https://correctiv.org/aktuelles/cumex-files/2018/11/08/scholz-kubicki-merz-die-rolle-der-spitzenpolitiker-bei-cum-ex/?fbclid=IwAR1GQKZxfPsc8_SFtpH6Yf6bxrkWzSobcGvW9ieC3aWpwlh0ebHEErZO8nc

 

vademecum Start

MYZEL

https://www.rheinpfalz.de/lokal/kaiserslautern/artikel/am-anfang-war-das-wundern/

KAISERSLAUTERN: KULTUR REGIONAL

Am Anfang war das Wundern

Werkstattbesuch: Veronika Olma nimmt am Projekt Flux4Art teil

Von Isabelle Girard de Soucanton

Rheinland-Pfalz tritt mit einer konzeptionell erneuerten Landeskunstausstellung auf. Nach „Mainz direkt“ geht es raus ins Land an drei von ursprünglich vier (daher 4 im Titel) Standorten. Der Startschuss fiel bereits in Montabaur. Die Fortsetzung folgt im Zeughaus Germersheim. Mit dabei die Enkenbacher Künstlerin Veronika Olma. Darüber und über ihr neues Tun berichtet sie beim Werkstattbesuch.

Es herrscht Hochstimmung in der Friedhofstraße 2. Diesmal hat es mit dem Bewerben geklappt. Diesmal ist Veronika Olma mit von der Partie, für die Flux4Art ausgewählt als eine jener 41 Freiberufler, die eine hochkarätige Jury anerkannte neben 21 bereits Renommierten, die als solche nominiert wurden. Immerhin beschreibt sich die Schau als Auftakt für ein neues Ausstellungsformat, das Qualität und Vielfalt zeitgenössischer Kunst in Rheinland-Pfalz sichtbar mache. Olma bekommt eine ganze Wand für ihr temporäres Gaffer-Tape-Wandbild in einer Größe von rund 25 Quadratmetern.

Olma konzentriert darin auf verdichtender Weise eine abstrakte Linieninstallation, die bewusst sowohl visuell wie farblich an die KWG-Aktion „Myzel“ aus dem Jahr 2015 anknüpft. Und sie profiliert somit – stärker denn je – ihren kunstsprachlichen Hang zur Linie. Diese war schon immer da. Weniger in ihrer zwangsweisen formbildenden Funktion, als vielmehr als pointierte Motivergänzung beziehungsweise -verbindung, erwachsen aus einem oftmals „knäueligen“ Punkt, unübersehbar in ihren Diptychen, jenen zweigeteilten Tiergeschichten. Um in diesem Kontext die eindeutige Lesart offensichtlicher Kontraste, Kontroversen oder Tragikomödien im Sinne der Künstlerin nachvollziehen zu können, sei sie hier zur eigenen Position zitiert: „Das Wundern über die eigene Existenz und die aller anderen Geschöpflinge sowie die ambivalenten Beziehungen dazwischen bilden den Anlass für mein Schaffen in Malerei, Zeichnung, Fotografie und Objekt. Das Wundern ist so groß, dass der künstlerische Ausdruck nur ins Bizarre, Rätselhafte oder Poetische münden kann. Schatten, Linien, Spiegelungen, Silhouetten, starke Kontraste, organische Formen sind die Elemente meiner Bildsprache.“ Und wie aus ihrer Bildsprache abzulesen ist, mit einem kontinuierlichen Wandel verwachsen. Das zeigen auch die Teilnahmen an Ausstellungen, allein 2018 bislang an sieben Orten.

Apropos Orte. Eine zunehmend digitale Welt geht nicht an ihrem Künstlerleben spurlos vorüber. So grundlegend echt und analog ihre Tapebilder entstehen, so kreativ geht es beim GPS-Drawing zu. Eine Wander-App, ein Smartphone, ein Spaziergang. Und das Ergebnis können Worte und Orte für ein virtuelles „Spurenlegen der Menschheitsgeschichte“ sein. Dabei nutzt sie mit politischem Hintergrund das seit 18. September freigegebene deutsche Galileo-Programm ziviler Herkunft. Es ist kaum Neues, stattdessen ein kreatives Weiterentwickeln mit neuen Mitteln. Olmas Trend heißt temporär, langsam und vergänglich. Angesichts der Linie als netzwerkendem Bezug sagt sie: „Das entspricht derzeit meinem Wundern über die eigene fragile Existenz.“

Ausstellung

Der zweite Teil der Landeskunstausstellung Flux4art wird Samstag, 20. Oktober um 16 Uhr im Zeughaus Germersheim, Zeughausstraße, eröffnet und läuft bis 25. November.

 

https://www.spektrum.de/news/die-vernetzte-welt-der-pflanzen/1598658?fbclid=IwAR0uY_c-lauEUhnJ0iChkD8vRSxNuCGapTnRLyFSwJtJZtIQq0oaDAQPTdQ

 

see no evil

Vernissage bei „Leicht und Selig“ in Ladenburg, Hauptstrasse 64

http://www.leicht-und-selig.de/
Vernissage: 11. November, 15 Uhr

„see no evil“
Vom 11 November bis 15. Dezember 2018 präsentiert die Künstlerin Veronika Olma ihre Arbeiten im Leicht&Selig .
„In ihrem Werk wird der Betrachter zu einem Bild-Dialog eingeladen und mittels hintersinniger, humoresker Bild-Zitate aus der Kunst- und Kulturgeschichte, aber auch aus den Naturwissenschaften eingeladen, zu erforschen, was die Welt zusammenhält.
Die Irritation ist genauso beabsichtigt, wie das Überraschungsmoment und findet in einer neuen Kombination und Rätselhaftigkeit Einzug in ihre Bilder. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen die großen Themen wie Mensch und Natur.“
* Kunsthistorikerin Christina Körner*

 

 

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70 Jahre BBK – SCHWEINESONNEN III – FLUX4ART

Folgende drei Ausstellungen finden fast zeitgleich am kommenden Wochenende statt:

1. 70 Jahre BBK Rheinland-Pfalz, Mainz
Ausstellung zum 70jährigen Jubiläum des BBK RLP
anders – 70 jahre | 70 künstler | 70 ateliers

Anlässlich seines 70-jährigen Bestehens hat der BBK Rheinland-Pfalz unter seinen Mitgliedern die Teilnahme an einer Ausstellung ausgeschrieben. Diese Mitglieder-Ausstellung wird an zwei Orten gezeigt: in Mainz und in der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz in Berlin.
Um das künstlerische Schaffen der Mitglieder des BBK Rheinland-Pfalz sichtbar zu machen, werden in dieser Ausstellung Fotos von Ateliers gezeigt…
Vernissage in Mainz am 19.10.2018. um 19 Uhr
Grußwort Dr. Ariane Fellbach-Stein vom Fachreferat Bildende Kunst des MWWK.
Ausstellung vom 20.10. bis 11.11.2018
Ausstellungsort: Galerie des BBK RLP, Am Judensand 57b, 55122 Mainz
Öffnungszeiten: Sa und So 14-19 Uhr, Mo 13-17 Uhr, Mi 10-15 Uhr, Fr 10-13 UhrVernissage in Berlin am 06.12.2018. um 18.30 Uhr
Ausstellung vom 6.12.2018 bis 06.01.2019
Ausstellungsort: Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und bei der Europäischen Union, In den Ministergärten 6, 10117 Berlin
Öffnungszeiten: Mo-So 10-18 Uhr
(ich werde in Mainz anwesend sein und die Fotos aus meinem Atelier auch)
2. SCHWEINESONNEN III in Kassel
(hier werde ich leider nicht anwesend sein können, aber vier meiner kleinen Arbeiten zum Thema „Tier“)
Die SCHWEINESONNEN-Ausstellung wird nach Berlin und Kaiserslautern nun in Kassel gezeigt.
Ausstellungseröffnung: Freitag, 19. Oktober 2018 – 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 19. 10. bis 04. 11. 2018
Öffnungszeiten: Fr bis So, 16 – 19 Uhr und n.V., Telefon: 0561 / 31 65 420
Kunstbalkon e.V.
Frankfurter Straße 62 | 34121 KasselTeilnehmende Künstler*innen:
Jens Andres
Jörn Budesheim
Margit Gehrhus
Christiane Hamacher
Klaus Harth
Vera Kattler
Ruth Lahrmann
Veronika Olma
Armin Rohr
Judit Rozsas
Gerthild Werner
Oliver Kelm
Maja Oschmann
3. FLUX4ART in Germersheim – Landeskunstausstellung
20.10.18 bis 25.11.18
Vernissage am 20.10.18 um 17.00 Uhr
Eröffnung der Ausstellung: Marita Mattheck, Vorsitzende des Kunstvereins Germersheim, Marcus Schaile, Bürgermeister der Stadt Germersheim und Dr. Ariane Fellbach-Stein, MWWK
Einführung: Dr. Gabriele Rasch, Künstlerische Leiterin
Musik: Christine Fürniß-Stephan, Gesang, Bernhard Stephan, Flügel: „Vanille Eiscreme“ (aus Musical „Sie liebt mich“) und „Girl in 14G „von Jeanine TesonFolgende KünstlerInnen stellen hier aus:
  • Ulli Böhmelmann
  • Brandstifter (Stefan Brand)
  • Artjom Chepovetskyy
  • Björn Drenkwitz
  • Holger Enders
  • Veronika Galli
  • Berit Jäger
  • Julia Carolin Kothe
  • Miki Lin
  • Jesse Magee
  • Friderike Nastold
  • Heike Negenborn
  • Veronika Olma
  • Paul Schuseil
  • Markus Walenzyk
[www.flux4art.de]
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FLUX4ART

http://www.flux4art.de/

 

Vorbereitung. „Myzel“

Gaffer-Tape auf Wand. Temporäre Installation. work in progress…
Eröffnung der FLUX4ART in Germersheim am 20.Oktober 2018

 

MYZEL
Ein temporäres Beziehungsgeflecht

Myzel ist ein Begriff aus der Botanik, denn ein ‚Myzel’ ist die Gesamtheit aller fadenförmigen Zellen eines Pilzes, ein unterirdisches Gewächs also, dessen Fruchtkörper der eigentliche Pilz ist. Dieses Gewächs verbreitet sich überall, ist fast unsichtbar, schmoddert durch die kleinsten Ritzen, ist ungeheuer vernetzt und kann riesige Ausmaße annehmen – wenn die Wachstumsbedingungen gut sind.

Gute Bedingungen findet das Myzel im Kunstverein Germersheim in einer Wandinstallation aus hellgrünem, mattem Gaffer-Tape (Haupt-Wand: 250 x 450 cm – jeder Streifen 25mm). Sie ist temporär, und kann nach der Ausstellung rückstandsfrei abgelöst werden. Die Vernetzungen der fadenförmigen Zellen, die ansonsten nur unter einem Mikroskop sichtbar sind, nehmen hier wandfüllende Dimensionen an.

Mein Interesse an diesem Gewächs kam vor fünf Jahren, als die Künstlerwerkgemeinschaft Kaiserslautern, deren Mitglied ich bin, ein künstlerisches Projekt zu diesem Thema auf die Beine stellte. Die erste Installation entstand damals an einer 10 m langen Wand. Seither tauchen meine Kunst-Myzele in allen möglichen Größen und Farben an ungewöhnlichen Orten auf und verschwinden dann wieder.

Das Wundern über die eigene, fragile Existenz und die aller anderen Geschöpflinge und Gewächse geben den Impuls zu meiner künstlerischen Arbeit. Linien, Fäden, Schatten, Spiegelungen, starke Kontraste und strenge Schnitte stellen Bezugssysteme, Verbindungen und Beziehungsgeflechte zwischen dem „Ich-hier“ und „Du-dort“ her. Wobei bei meinem „Du“ die uns umgebende Natur mit all ihren Pilzen, Pflanzen, Tieren und nichtmenschlichen Tieren (und dem ganzen lebendigen Rest) gemeint ist.

Beziehungsgeflechte als temporäre Zeichen sind das, was in meiner künstlerischen Arbeit immer mehr eine Rolle spielt. Zum Beispiel sind dies die virtuellen Schriften und Zeichnungen, die beim Gassigehen mit Hund Bazi in der Landschaft seit sieben Jahren entstehen. Aufgezeichnet werden diese mit Hilfe einer Wander-App als GPS-Aufzeichnungen und seit September 2018 auch mit dem zivilen, europäischen Satelliten-System Galileo. Was bleibt ist vielleicht ein Fußabdruck im Acker und eine Fotografie von oben mit Hilfe von google-Earth.

Desweiteren gehört dazu auch das Projekt „Fallen Faden“, in dem ich drei weiße Fäden als zufällige Verbindung auf schwarzen Molton fallen lasse ohne diese anschließend zu fixieren oder die weißen, abwischbaren Kreide-Zeichnungen auf schwarzem Tafellack. Spontane Fotografie von den Spiegelungen meines Hundes Bazi mit mir über einer Wasserpfütze (Serie „iste ego sum sum“ – „Dieser da bin ich ich) gehört ebenso dazu, wie die Serie „SchattendasEIN“, in der unsere beiden Schatten (untrennbar und für immer…) verbunden sind.

Es geht mir also darum, Beziehungsgeflechte zu visualisieren und zu fokussieren und deren flüchtige Existenz darzustellen mit einem Medium, das selbst endlich ist.

Veronika Olma

Oktober 2018

 

Ramstein Air Base

Dank der Initiative und der hochinteressanten Führung von Michael Geib vom Docu-Center Ramstein durften wir heute unter Sicherheitsbedingungen auf die Air Base von Ramstein. Dieser Besuch wird mir im Gedächtnis bleiben. Eine ganz eigene, merkwürdige Parallel-Welt tat sich hier auf und hat familiäre Diskussionen ausgelöst über Sinn und Unsinn der amerikanischen Streitkräfte in Deutschland und über die NATO…ich muss dringend darüber nachdenken.
Vor ziemlich genau 30 Jahren war hier übrigens die Flugschau-Katastrophe. Im Docu-Center wird daran anhand von berührenden Berichten und einem Film erinnert, aber auch, was die Amis zur kulturellen Bereicherung in den 50er und 60er Jahren mitgebracht haben und wie sie unsere Region verändert haben und noch verändern…AMIPFALZ. Schöne Ausstellung im Docu-Center.

Fotografieren war auf der Base verboten. Aber das zivile (!) Navigationssystem Galileo hatte ich dennoch eingeschaltet. Foto also jetzt von google-Earth. Bazi ist ja Bazifist und war friedlich bei Frida.

 

Happy Birthday!!!

9 Jahre alt, seit 8 Jahren bei den Bazifisten und seit 7 Jahren verlobt. Wenn das mal nichts zum Feiern ist.
Außerdem raucht das Wolferl seit 8 Jahren nicht mehr. Prosit!

MYZEL II+III. 2018. Temporäre Installation. Gaffer-Tape auf Wand. 550 x 450 cm. Gesamtansichten und Detail

Hambacher Forst

das Wort sind wir hier nicht wirklich gelaufen…das Schämen ist aber real…

Die ersten Schritte mit Galileo

Ab jetzt nur noch mit GALILEO!

 

https://www.br.de/themen/wissen/weltweite-navigation-mit-galileo-ab-2019-moeglich-100.html

 

Galileo-Aufzeichnung olma&Bazi+Frida „gedankenlos/thoughtless“ vom 16.09.2018 ab 18:38 Uhr – 3,06 km in 0:43:02h

 

 

save our souls

„save our souls“ – GPS-Aufzeichnung 07. + 08.09.2018. olma&Bazi+Frida. 6,97 km in 01:54 h

An Frau Dr. Angela Merkel

Offener Brief an die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und die Bundesregierung

Verehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Bundesregierung,

ich bin in großer Sorge um das Land und die Bevölkerung. Die Stimmung auf der Straße wird zunehmend bedrohlicher. Mich erreichen täglich dutzende Nachrichten von Menschen, die in Deutschland aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder ihrer Herkunft herabwürdigend behandelt werden.

Frau Bundeskanzlerin, mir schreiben Menschen, die auf der Straße beleidigt werden, weil sie eine andere Hautfarbe haben, ich lese von Moscheen und Synagogen, die beschmiert, von Friedhöfen die geschändet werden, mir schreiben Menschen, die bei Behörden schikaniert werden, Menschen die Angst haben, in was für einem Deutschland ihre Kinder aufwachsen werden. Ich habe das früher oft als Spinnerei und Überempfindlichkeit abgetan, ich habe die Augen selbst vor dem systematischen Rassismus in Deutschland verschlossen. Aber seit den Ereignissen der letzten Zeit, seit der Enthemmung von Teilen der Bevölkerung, seitdem öffentlich „Absaufen! Absaufen!“ skandiert wird, LKA-Mitarbeiter bei Pegida mitlaufen, KSK-Einheiten der Bundeswehr den Hitlergruß zeigen, Journalisten durch die Polizei an ihrer Arbeit gehindert werden, der Präsident des Verfassungsschutzes sich zu Verschwörungstheorien hinreißen lässt und der Bundesinnenminister die Migration als Problem bezeichnet, ist es nicht verwunderlich, wenn Menschen mit Migrationshintergrund auch in ihrem Alltag diese Erfahrungen machen. Es schreiben mir Menschen, sie hätten Angst. Ich möchte, dass sie keine Angst haben.

Frau Bundeskanzlerin, es reicht nicht mehr, dass einfach zur Kenntnis zu nehmen. Wenn die Regierung nicht aktiv handelt, wird sich dieses Feuer weiter ausbreiten. Die Zivilgesellschaft hält schon überall gegen, wo sie nur kann. Seien es die 65.000 Menschen bei #WirSindMehr in Chemnitz, 10.000 Menschen in Hamburg gegen die „Merkel muss weg-Demo“ oder zahlreiche andere Beispiele, wo sich die Gesellschaft mutig und kraftvoll gegen Hass und Hetze stellt. Die zahlreichen großen und kleinen Unternehmen, die sich für Vielfalt und Pluralismus aussprechen oder die Künstler*innen, die mit ihren Stimmen gegenhalten. Wir brauchen dabei eine größere Unterstützung, damit die hasserfüllten da draußen erkennen, dass sie mit ihrem Radikalismus nicht weiterkommen werden. Es braucht die kompromisslose Unterstützung der Bundesregierung. Ich kann sie aber nicht überall erkennen.

Der Bundesinnenminister macht uns Menschen mit Migrationshintergrund zum generellen Problem. Er nennt uns die Mutter aller Probleme. Er schlägt den 19,7 Millionen Bürger*innen, deren Eltern mal aus einem anderen Land hierher gekommen sind, ins Gesicht. Er schlägt diesen hart arbeitenden Menschen, die sich zu Millionen nahtlos in die Gesellschaft integriert haben, ihre Steuern zahlen und ihren Anteil zum Erfolg Deutschlands beitragen, ins Gesicht. All den Putzfrauen*männern und Taxifahrern*innen, all den einfachen Arbeitern*innen, den Pflegekräften, den Menschen, die in diesem Land die Drecksarbeit übernehmen, genauso wie den Rechtsanwälten*innen, Ärzten*innen und Ingenieuren*innen, den Menschen in Wissenschaft und Forschung, Universitätsprofessor*innen, Bundestagsabgeordneten, Künstler*innen und Journalisten*innen ins Gesicht. Er schlägt ihnen und ihren Kindern ins Gesicht. Er macht sie alle zum Problem. Ich bin aber kein Problem. Und ich lasse es mir auch nicht einreden.

Frau Bundeskanzlerin, wissen Sie, wir wollten nicht hierher kommen. Ich hatte ein schönes Haus in Teheran, mit Spielsachen und Kinderbüchern. Mit meinen Freunden und meiner Familie. Meine Eltern hatten Arbeit, wir waren glücklich. Wir wollten nicht nach Deutschland kommen, um hier im Asylantenheim zu leben, um keine Arbeits- und keine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Um jeden Tag Angst zu haben, wieder weggeschickt zu werden. Meine Familie wollten ihr Land nicht verlassen, sie wollte hier nicht die Klos putzen und Taxi fahren. Sie wollte sich nicht beim Sozialamt anstellen und die Hand aufhalten, sie wollten ihre kleinen Kinder nicht unter großer Gefahr aus dem Land nach Hamburg schicken. Aber als Saddams Bomben uns trafen, haben wir uns dafür entschieden zu gehen. Wir kamen nicht hierher, um Deutschland kaputt zu machen. Wir kamen hierher, weil unsere Heimat kaputt gemacht wurde.

Frau Bundeskanzlerin, wir haben uns integriert, wir zahlen unsere Steuern, wir arbeiten, wir sind ein Teil dieser Gesellschaft geworden, mittlerweile in zweiter und dritter Generation. Wir sind dankbar für das, was man uns gab. Wir sind kein Einzelfall. Die überwältigende Mehrheit der Migranten ist so. Aber für Herrn Seehofer sind wir die Mutter aller Probleme. Für ihn, werden wie nie dazugehören. Das tut sehr weh. Wie lange soll ich mich noch ducken und dankbar sein? Und wie viele Generationen nach mir?

Selbstverständlich lehne ich jede Form von Extremismus ab. Die überwältigende Mehrheit der Migranten lehnt jede Form von Extremismus ab. Jeder Anschlag, jedes Verbrechen, jede noch so kleine Straftat, die von einem Migranten begangen wurde, macht mich unendlich wütend. Ich bete bei jeder Meldung darum, dass es kein Ausländer ist, damit der Hass sich am nächsten Tag nicht wieder gegen uns richtet. Wir sind nicht alle Islamisten, weil ein paar Verbrecher unseren Ruf in den Dreck ziehen. Aber der Bundesinnenminister verurteilt alle Migranten, weil sich ein paar nicht benehmen können und straffällig werden. Ich kann wirklich nichts dafür, dass sich einige Migranten in Deutschland nicht benehmen.

Wenn am Stammtisch in der Eckkneipe oder bei Facebook in der Kommentarspalte pauschalisiert wird, kann ich das zumindest nachvollziehen. Aber ich kann nicht nachvollziehen, warum der Bundesinnenminister das macht. Ist er denn nicht auch mein Innenminister, mein Heimatminister? Ist Deutschland nicht auch meine Heimat? Ich verstehe nicht, wie sie meine Steuern akzeptieren können, aber nicht meine Persönlichkeit, meinen Glauben und meine Hautfarbe.
Selbstverständlich gibt es in Deutschland Probleme. Menschen fühlen sich angehängt, sie sehen keine Perspektive oder haben Angst um ihre Zukunft, sei es weil die Rente nicht reicht oder die Angst vor dem Fremden sie lähmt. Selbstverständlich muss man die Sorgen dieser Menschen ernst nehmen. Aber es kann nicht sein, dass diese Sorgen als Deckmantel für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus missbraucht werden. Das Hebend es rechten Arms, das Zerstören eines jüdischen Restaurants oder das Anzünden eines Flüchtlingsheims sind keine hinnehmbaren Formen der demokratischen Meinungsäußerung.

Frau Bundeskanzlerin, dieses Land wurde gespalten und zwar nicht nur von blau-braunen Unruhestiftern, sondern mittlerweile von der Regierung, vom Bundesinnenminister, vom Chef des Verfassungsschutzes, von so vielen, die nicht spalten sollten. Das, was hier gerade betrieben wird, ist unverantwortlich. Die AfD sucht den Schulterschluss mit Rechtsradikalen und marschiert mit ihnen Seite an Seite durch Chemnitz und Hamburg. Spitzenpolitiker wie Seehofer und Kretschmer relativieren die Vorfälle in Chemnitz und tragen den Hass offen in die Mitte der Gesellschaft.

Frau Bundeskanzlerin, ich mache mir Sorgen um meine Zukunft und ob ich in diesem Land überhaupt noch eine Zukunft habe. Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Sorgen je haben werde, aber ich habe sie jetzt.

Wir diskutieren, wann eine Hetzjagd eine Hetzjagd ist, wie viele Ausländer, wie lange getrieben werden müssen, damit man von einer Hetzjagd sprechen kann, während in Chemnitz bei den rechten Demonstrationen vermummte Neonazis ein jüdische Restaurant angegriffen und „Hau ab aus Deutschland, Du Judensau!“ gerufen haben. Wie der sächsische Ministerpräsident das bezeichnet, wissen wir nicht. Wir hängen uns gerade an Worten auf, dabei sollten wir uns mit den Taten beschäftigen.

Dieser Staat steht vor einem Scheideweg. Die Ereignisse in Sachsen sind nicht besorgniserregend, sie sind kein Warnzeichen, sie sind nicht alarmierend, sie zeigen, dass das der Rechtsstaat in Deutschland in Teilen gescheitert ist und davor ist, weiter gravierend zu scheitern. Menschen skandieren rechte Parolen, zeigen den Hitlergruß, jagen andere Menschen durch die Stadt. Die Polizei schätzt dabei die Situation „falsch“ ein. Sie reagiert nicht. Sie schützt die friedlichen Bürger nicht vor dieser Gewalt und diesem Hass. Der sächsische Ministerpräsident sieht in der Arbeit der Polizei kein Fehlverhalten. Im Gegenteil, er findet die Arbeit erfolgreich. Der Bundesinnenminister sieht keine Gründe, sich wirklich zu äußern. In Sachsen ist der Rechtsstaat gescheitert. Nicht seit Chemnitz, aber seit Chemnitz unübersehbar.

Der Haftbefehl gegen die mutmaßlichen Täter vom Chemnitz wurde im Internet veröffentlicht. Das zeigt, in wie weit Zuständige wie Justizbeamte innerhalb des Staates den Rechtsradikalismus in Deutschland unterstützen. Es zeigt, dass dieser Staat nicht mehr überall unabhängig agiert. Es zeigt, dass dieser Staat von Innen heraus angegriffen wird. Nicht seit Chemnitz, aber seit Chemnitz unübersehbar.

Frau Bundeskanzlerin, die AfD bat Ihre Regierung in einer Kleinen Anfrage um eine Aufstellung über politisch motivierte Gewalttaten. Darin fehlen, wie gerade bekannt wurde, die Morde des NSU. Das Bundesinnenministerium verschweigt aktiv die NSU-Morde und -Anschläge.
Das Bundesinnenministerium sagte dazu, da die Taten des NSU lange fälschlich als Straftaten der organisierten Kriminalität und erst nach dem Auffliegen der Terrorgruppe als rechter Terrorismus erkennbar wurden, müssen sie nachgemeldet werden. Ich habe das Bundesinnenministerium angeschrieben, um zu erfahren, wann das korrigiert werden würde. Man sagte mir dann recht lapidar: „Nachmeldungen und Korrekturen finden nur bis zum 31. Januar des Folgejahres Aufnahme in die jährlichen Statistiken.“

Im Klartext heißt das, dass die NSU-Verbrechen

– neun Morde an Migranten
– ein Polizistenmord
– zwei Sprengstoffanschläge
– 15 Raubüberfälle,

die durch den NSU-Prozess bewiesen worden sind, der vielfach als wichtigster Strafprozess seit der Wiedervereinigung bezeichnet worden ist, der größte und kostspieligste Strafprozess ist, der in Deutschland je gegen Neonazis geführt wurde und von Prozessbeobachtern in einer Reihe mit den Nürnberger Prozessen, den Auschwitzprozessen und dem RAF-Prozess gesehen wird, diese NSU-Verbrechen werden in der Aufstellung der Bundesregierung über politisch motivierte Gewalttaten nicht geführt. Das heißt, keine dieser zehn Morde kommt in der Aufstellung unter „vollendetes Tötungsdelikt – rechts“ vor. Auch keine dieser zwei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle kommt irgendwo vor. Obwohl das Gericht die Taten als erwiesen ansieht und Beate Zschäpe dafür zu lebenslanger Haft verurteilt hat. Als hätte es sie einfach nicht gegeben. Warum verhöhnen Sie damit weiter die Opfer und lassen die AfD damit triumphieren?

Frau Bundeskanzlerin, ich weiß nicht wohin dieses Land gerade driftet, aber ich habe das Gefühl, das viele Menschen die als Staatsdiener neutral und dem Grundgesetzt gegenüber verpflichtet sein sollten, dies nicht mehr sind und dieses Land schleichend in Menschen 1. und 2. Klasse aufteilen.

Ich finde diese Verhältnisse untragbar. Ich finde den Bundesinnenminister unerträglich. Den Präsidenten des Verfassungsschutzes halte ich auf allen Ebenen für nicht neutral, genauso halte ich den sächsischen Ministerpräsidenten für völlig gescheitert. Ich finde Ihre Regierung sollte die demokratische Grundordnung und die Verfassung vor diesen Leuten schützen und endlich handeln.

Frau Bundeskanzlerin, seien Sie bitte auch meine Bundeskanzlerin, die Bundeskanzlerin aller Migranten in Deutschland, aller Menschen, die diesen Hass nicht wollen. Lassen Sie es nicht zu, dass sich die Geschichte wiederholt. Wenn nicht jetzt gehandelt wird, ist es vielleicht zu spät. Bitte hören Sie unsere Rufe. Lassen Sie es nicht zu, dass Menschen in Deutschland ein weiteres Mal aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer Hautfarbe erst diskriminiert und dann verfolgt werden. Das was danach kam, kann ich nicht aussprechen. Aber zu denken, es sei einmalig, ist ein Irrtum. Lassen Sie nicht zu, dass die Erinnerung daran erlischt und lassen Sie nicht zu, dass es sich wiederholt.

Leider ist die Stimme des Hasses momentan lauter, weil wir sie haben in den letzten Jahren so laut werden lassen. Es ist an der Zeit, dass zu ändern. Das Ausland schaut bereits mit Sorge auf uns. Das Bild dieses wunderschönen Landes, mit seinen warmen, liebenswerten Menschen, die mir seit nun mehr als dreißig Jahren eine zweite Heimat bieten, dessen Teil ich heute selbst bin, darf nicht zerstört werden. Deutschland ist schon lange nicht mehr das Deutschland der Nazis, der rollenden Panzer, der Mitläufer und Armheber, es ist ein offenes, buntes und gastfreundliches Land. Es ist ein Land das in Europa und der Welt als Beispiel vorangegangen ist und Millionen Flüchtlinge aufgenommen hat, während andere die Grenzen geschlossen haben. Daran haben Sie einen großen Anteil und ich danken Ihnen dafür. Es ist ein Land, dass mir ermöglicht hat, heute das zu machen, was ich mache. Es ist ein Land der Sicherheit, des Wohlstands und des Friedens. Lassen Sie uns dieses Land aufrechterhalten und nicht zulassen, dass die Extremisten weiter unser Bild prägen.

Ich möchte nicht ein zweites Mal meine Heimat verlieren.

Frau Merkel, #WirSindMehr.

Ihr Michel Abdollahi

Neue Arbeiten August 2018

„Die Pferde sind im Garten “
2018
Chitosan-Tempera auf Baumwollsegel
160 x 200 cm

und
„Müde von der Jagd“
2018
Chitosan-Tempera auf Baumwollsegel
160 x 200 cm

DAY ORANGE

AKTION SEEBRÜCKE

„Day Orange“ am 4. August 2018

Die Bewegung SEEBRÜCKE ruft für Samstag, den 4. August 2018, deutschlandweit zum Aktionstag „DAY ORANGE“  auf. An diesem Tag finden zahlreiche Protestaktionen statt, um Solidarität mit den Geflüchteten und Seenotrettern im Mittelmeerraum zu demonstrieren.

Neue Stickstoff-Boxen: Birds – Chitosantempera auf besticktem Leinen – 20 x 20 x 9 cm

Natur

new GPS-drawings

no not Not

 

Fraternité-Projekt

Stadt Filderstadt
Deutsch-französisches Kunstwerk an der Gedenkstätte
  • Deutsch-französisches Kunstwerk an der Gedenkstätte
Stadt FilderstadtDeutsch-französisches Kunstwerk an der Gedenkstätte
Seit wenigen Tagen befindet sich – wenige Meter von der Gedenkstätte für die Opfer des KZ-Außenlagers am Flughafen entfernt – ein großformatiges Kunstwerk von der Größe einer Plakatwand.

Ungewöhnlich ist nicht nur die Größe, sondern auch die Entstehung. Im Zusammenhang mit der Verleihung des Europäischen Kulturerbe-Siegels an 15 KZ-Gedenkstätten in Frankreich und Südwestdeutschland hatte der französische Künstler Luc Demissy aus Straßburg die Idee einer gemeinsamen Serie großformatiger Kunstwerke für die 15 Standorte. Er ist Mitglied der deutsch-französischen Künstlergruppe „Plakat – Wand – Kunst“ und des Vereins Quinz’Art. Seit vielen Jahren pflegt diese Künstlergruppe Beziehungen zwischen Künstlern beiderseits des Rheins.

Das Kunstwerk am Airfield ist ebenso wie die anderen 14 Plakat-Kunstwerke gleich in mehrerer Hinsicht etwas Ungewöhnliches: Kunst als Dialog zwischen zwei Künstlern: jedes Kunstwerk wurde gemeinsam durch einen französischen und einen deutschen Künstler geschaffen, die Kombination entschied das Los. In diesem Fall sind es die deutsche Künstlerin Veronika Olma aus Rheinland-Pfalz sowie ihre französische Kollegin Marie-Jo Daloz. Kunst kann aber auch ein Dialog zwischen zwei Nationen sein, die in der Vergangenheit viele Kriege gegeneinander geführt haben, heute aber ihre Feindschaft überwunden haben und durch vielfältige Bande miteinander verbunden sind.

„Tatsächlich stehen sich in diesem Werk zwei sehr unterschiedliche Stile gegenüber und finden nebeneinander Platz“, so die Einschätzung von Luc Demissy. Er sieht in diesem Werk durchaus mehrere Deutungsangebote: eine dunkle Vergangenheit und eine lichtere Zukunft – oder auch eine lichte Gegenwart und eine dunklere Zukunft. Nur auf den ersten Blick sind beiden Seiten voneinander scharf getrennt. Bei näherer Betrachtung erkennt man die Einbrüche der hellen Farben ins Dunkle und umgekehrt. Im schwarzen Feld erkennt man einen „Doppelhund“, sein Urbild stammt aus einer Porzellanmanufaktur in Deutschland während der NS-Zeit, in welcher auch Zwangsarbeiter beschäftigt waren.

Das Kunstwerk wird an dieser Stelle bis Herbst zu sehen sein, im Frühjahr 2019 wird es an einer anderen Gedenkstätte aufgestellt werden, an der Gedenkstätte am Flughafen wird dann ein neues Kunstwerk stehen. (ba)

Bildunterschrift:

Der Künstler und Koordinator Luc Demissy (Mitte) aus Straßburg inmitten des Plakatkunstwerks, einer Gemeinschaftsarbeit der Künstlerinnen Marie-Jo Daloz und Veronika Olma. Die beiden Stadtarchivare und Gedenkstätten-Leiter Bernd Klagholz, Leinfelden-Echterdingen (links) und Nikolaus Back, Filderstadt (rechts). Foto: Alica Brenner

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