Seifenblasen
September 2008 - Eitempera auf Baumwollsegel - 100 x 90 cm
 
  "(...) "Wenn das Kind", so fährt Sloterdijk fort, "den Seifenblasen seinen Atem einhaucht und ihnen mit seinen ekstatischen Nachblicken treu bleibt - wer hat dann zuvor seinen Atem in das spielende Kind gelegt? Wer hält dem jungen Leben bei seinem Exodus aus dem Kinderzimmer die Treue? In welchen Aufmerksamkeiten, welchen Beseelungsräumen bleiben die Kinder enthalten, wenn ihr Leben auf steigenden Bahnen glückt? Wer begleitet die Jungen hinaus auf ihren Weg zu den Dingen und ihrem Inbegriff, der geteilten Welt ... und was geschieht mit denen, die niemandes Hauch sind?" Zum Drama des Lebens gehört es offenbar, daß man beseelte Räume, in denen man enthalten ist, immer wieder verlassen muß, ohne zu wissen, ob man lebbaren Ersatz in neuen Räumen finden wird. Das Problem der Umsiedlung unserer Seelen ist Sloterdijks großes Thema, und die erste Umsiedlung, der erste Akt des Dramas also, geschieht bei der Geburt. (...)"

 

DER SPIEGEL 45/1998 vom 02.11.1998, Seite 282.

Autor: Rüdiger Safranksi zu "Sphären" von Peter Sloterdijk

 

 
 
   
     
     

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