(...)Von einem massiven schwarzen Tisch, der die nebulöse Bildfläche
dominiert, werden Adam und Eva an die oberen Bildränder
auseinandergerückt, »Adam und Eva – Tisch«. Ihre idealen
Proportionen, die Körperkonturen und der Kontrapost, von der Dürer-Zeichnung
übernommen, sind der Verwitterung anheimgegeben, denn ihre
Schattenfiguren versinken schon in den Schlieren des Farbraumes, der
ockerfarben in weiß, rosa, rot und gelb changiert. Nur der leere,
ungedeckte Tisch, das solitäre Möbelstück behauptet sich im
unbehausten Raum, und das Paar bleibt getrennt von Tisch und Bett?
Seit Adam und Eva gleicht die Beziehung zwischen den Geschlechtern
einem Balanceakt, dem Veronika Olma mit künstlerischer Inspiration
und wachsamer Zuversicht begegnet. Vielfältige Auseinandersetzungen
mit den Errungenschaften unserer Zivilisation, mit Kunst und Alltag
und zwischenmenschlichen Befindlichkeiten sind spielerisch intendiert.
Wege zur Entschlüsselung werden aktiviert, keinesfalls
vorgeschrieben, Neugierde regt sich.
Dr. Susanne Liehr